AKUT-Botschafter*innen

Die AKUT-Botschafter*innen bereichern und bestärken den Arbeitskreis Kirche und Tiere in seinem Einsatz, mehr Engagement von den Kirchen für die Tiere und den Tierschutz zu fordern. Zusammen mit AKUT stehen sie für die Erkenntnis, dass die Tiere, ihre Lebensqualität und Würde, Teil christlich verantworteten Denkens und Handelns sein müssen.

Patrick Schwarzenbach, Pfarrer, Citykirche Offener St. Jakob Zürich

Für mich ist bis heute nicht klar, wo die heilige Geistkraft ihre Grenzen zieht. Wenn sie weht wo sie will, streicht sie dann auch den Tieren um die Schnauze und den Bäumen durch das Geäst? Vieles deutet darauf hin, dass Selbstbeschränkung und inspiratorischer Ausschluss nicht zu den Eigenschaften des Heiligen Geistes gehören. Wenn dem so ist, hat das Konsequenzen für den Umgang mit unseren vierbeinigen, gefiederten und schuppigen Mitgeschöpfen. AKUT denkt über diese Konsequenzen nach und macht sie im Offenen St. Jakob regelmässig im Pfingstgottesdienst spürbar. Als einer der Pfarrer dieser Kirche schätze ich das Engagement und die Inspiration von AKUT sehr – ich würde fast sagen, der Kirche ginge theologisch der Schnauf aus, würde diese wichtige Thematik nicht mitbedacht.



Gaby Zimmermann, Theologin
Kommission Kirche und Umwelt der kath. Landeskirche TG, Präsidentin

Auch wenn sie laut brüllen, schreien, quietschen, summen und brummen, wunderschön singen oder scheinbar keinen Laut von sich geben, wenn sie stark und gross wie Blauwale und Nashörner oder winzige Wassertierchen sind, ob sie empfinden können fast wie Menschen oder ganz anders, sie sind genau jetzt einer ungehemmt zerstörerischen menschlichen Zivilisation ausgeliefert wie nie zuvor. Egal, ob sie Wildtiere, Nutztiere, Versuchstiere, Haustiere, Schautiere oder Jagdtiere sind, ihre Ausbeutung, Ausrottung und Qual schreit zum Himmel. Sie können sich nicht mehr wehren und haben viel zu wenig Anwält*innen unter ihren Mitgeschöpfen, den Menschen, auch in den Kirchen. Deshalb setzt sich AKUT für sie ein, wirbt um Aufmerksamkeit und Anteilnahme und für einen viel rücksichtsvolleren Lebensstil, der auch ihnen Leben und Lebensraum lässt und fördert und alle Lebensbereiche betrifft, nicht nur persönlich, sondern auch in Wirtschaft, Politik und Kultur. Deshalb bin ich Mitglied von AKUT.



Hans Winkler, Pfarrer, Evang.-ref. Kirchgemeinde Obwalden

Tiere sind Mitgeschöpfe Gottes. Eine tiergerechte Haltung statt grausamer Massentierhaltung ist keine übertriebene Forderung, sondern eigentlich das Normalste der Welt.




Sara Amanda Kocher, Gemeindepfarrerin in Zürich

Ich unterstütze AKUT, weil ich davon überzeugt bin, dass die Kirchen an Glaubwürdigkeit gewinnen, wenn ihr Engagement auch die Tiere einbezieht. Die Argumente dafür sind gewaltig, auch sozial und ökologisch. Im Buch Hiob ist der Mensch sogar einfach ein Lebewesen mitten in der Schöpfungskette. Theologen haben meist herausgepflückt, was der sozialen Hierarchie genützt hat:  Was als minderwertig bezeichnet wird, kann einfacher unterdrückt und ausgebeutet werden. Davon zeugt die Geschichte des Tieres im Kolonialismus, wo es rücksichtslos gejagt wurde und im Kapitalismus, wo es zur reinen Ware in der Massentierhaltung verkommt. Studien der Gegenwart verblüffen regelmässig mit neuen Erkenntnissen zu Fähigkeiten und Eigenschaften von Tieren und dem immer kleiner werdenden Unterschied zum Menschen. Auch das sollten Kirchen nicht ignorieren. AKUT unterstützt die Kirchen kreativ, mit viel Wissen und Erfahrung – bereichert durch eine ökumenische Zusammenarbeit – auf dem Weg zu einem neuen Verhältnis von Mensch und Tier.



Yvonne Waldboth, Pfarrerin, Ref. Kirche Bülach

Einer meiner liebsten Texte der Bibel ist die Gottesrede im Buch Hiob. Mit den vielen Fragen, die Gott an Hiob stellt, werden die Wunder der Schöpfung bis ins Detail beschrieben. Eine der Fragen lautet: „Wer hat dem Ibis Weisheit verliehen und dem Hahn Einsicht gegeben?“ Allen Tieren, nicht nur den Haustieren, wird durch die Anerkennung ihrer Fähigkeiten, die weit über Instinkte hinausgehen, bereits in der altorientalischen Weisheitsliteratur eine besondere Würde zuerkannt. Die Ehrfurcht vor der Schöpfung ist ein Grundanliegen der jüdisch-christlichen Tradition und damit auch die Aufgabe der Kirchen sich für das Wohl der Tiere einzusetzen. Ich bin dankbar, dass dies AKUT so konsequent tut.